Von Jerry Huang, Vizepräsident der Getac Technology Corporation
Die Schwerindustrie hat in den letzten Jahren deutliche Fortschritte bei der Arbeitssicherheit gemacht. Dennoch zeigen die jüngsten Zahlen, dass eine Reihe von Sektoren immer noch für einen erheblichen Teil der Arbeitsunfälle verantwortlich ist und in einigen Fällen die Fortschritte zu stagnieren beginnen. Dies zeigt, dass die Prävention über die traditionellen Instrumente wie Schulung, Verfahren und persönliche Schutzausrüstung hinausgehen muss.
Daten von Eurostat zeigen, dass Sektoren wie das Baugewerbe, die Industrie, das Verkehrswesen und der Bergbau weiterhin strukturell erhöhten Sicherheitsrisiken ausgesetzt sind. Für die Öl- und Gasindustrie zeigen die Zahlen der International Association of Oil & Gas Producers (IOGP), dass es trotz der international höchsten Sicherheitsstandards immer noch zu Arbeitsunfällen kommt. Dies verdeutlicht die Notwendigkeit, die bestehenden Sicherheitsmaßnahmen durch Technologien zu ergänzen, die die Risikobewertung und Früherkennung besser unterstützen.

Forschung und praktische Erfahrung weisen immer wieder auf eine Reihe von Tätigkeiten hin, die besonders risikobehaftet sind, z. B. Arbeiten in der Höhe, elektrische Installationen, das Bedienen von Maschinen und schwerem Gerät und Arbeiten in engen Räumen. Darüber hinaus spielen menschliche und organisatorische Faktoren eine wichtige Rolle, darunter Ermüdung, hohe Arbeitsbelastung, komplexe Umgebungen und sich schnell ändernde Betriebsbedingungen. Eine wirksame Prävention erfordert daher einen umfassenderen Ansatz, der auch diese Elemente strukturell einbezieht.
Nach der Befragung eines solchen 32 Fachleute, die in Bereichen wie Umwelt, Gesundheit und Sicherheit arbeiten es scheint, dass 50 % der Befragten geben an, dass Arbeiten in der Höhe und Elektroarbeiten die gefährlichsten Tätigkeiten sind. Danach folgen der Einsatz von Maschinen und schwerem Gerät sowie die Arbeit in engen Räumen. Weitere häufig genannte Risiken sind die Benutzung von Fahrzeugen, der Umgang mit Gefahrstoffen, Be- und Entladetätigkeiten und Arbeiten bei hohen Temperaturen.
In diesem Rahmen werden zunehmend digitale Technologien eingesetzt, um Sicherheitsrisiken besser zu beherrschen. Künstliche Intelligenz ermöglicht es, Daten von Anlagen, Maschinen und Arbeitsumgebungen zu analysieren, um Anomalien oder potenzielle Ausfälle frühzeitig zu erkennen. Augmented Reality unterstützt die Arbeiter vor Ort mit kontextbezogenen Informationen in Echtzeit, während Robotik, Drohnen und halbautonome Fahrzeuge dazu beitragen, die Exposition des Menschen bei risikoreichen Arbeiten zu verringern. Auch in der Aus- und Weiterbildung spielt die virtuelle Realität eine immer größere Rolle, indem sie komplexe Szenarien ohne Betriebsrisiken realistisch simuliert.
Untersuchungen zeigen, dass Lösungen, die die Arbeitnehmer physisch von den riskantesten Situationen fernhalten, in der Regel den größten Sicherheitsgewinn bringen. Überwachungs- und Warnsysteme, wie z. B. intelligente Sensoren und vernetzte Geräte, sind eine wertvolle Ergänzung dazu, vorausgesetzt, sie sind gut auf die tägliche Arbeitspraxis abgestimmt und werden von den beteiligten Teams weitgehend unterstützt.
Laut der Studie Industrieroboter, Sicherheit und Gesundheit der Arbeitnehmer, (Gihleb, Giuntella, Stella & Wang, 2022) führt ein Anstieg der Exposition gegenüber Industrierobotern um eine Standardabweichung zu einem Rückgang von etwa 1,2 Arbeitsunfällen pro 100 Arbeitnehmer. Dies verdeutlicht das Potenzial der Robotisierung als Instrument der strukturellen Sicherheit.
Um wirklich etwas bewirken zu können, müssen Technologielösungen den spezifischen Bedingungen der Schwerindustrie entsprechen. Das bedeutet Robustheit, Benutzerfreundlichkeit, Einhaltung von Vorschriften und zuverlässiger Betrieb unter rauen Bedingungen wie Staub, Vibrationen, extremen Temperaturen oder eingeschränkter Sicht. Der Erfolg dieser Lösungen wird nicht nur durch die technische Leistung, sondern vor allem durch ihre Anwendbarkeit in der täglichen Praxis bestimmt.
Auch Ergonomie und Zweckmäßigkeit sind entscheidend. Die Lösungen sollten leicht zu bedienen sein, auch mit Handschuhen oder bei schlechten Lichtverhältnissen, und sie sollten die Mitarbeiter nicht in ihrer Arbeit oder Bewegungsfreiheit einschränken. Darüber hinaus ist die Einhaltung gesetzlicher Vorschriften unerlässlich, einschließlich Zertifizierungen für den Einsatz in explosiven oder anderweitig risikoreichen Umgebungen.
Technologie allein reicht nicht aus, um die Arbeitssicherheit nachhaltig zu verbessern. Wirkliche Wirkung entfaltet sie nur, wenn sie Teil einer umfassenderen organisatorischen Entwicklung wird, mit kontinuierlicher Schulung, Einbeziehung der Mitarbeiter und einer auf allen Ebenen unterstützten Sicherheitspolitik. Lösungen von Herstellern wie Getac veranschaulichen diesen Ansatz, indem sie sich nicht nur auf die Technologie selbst konzentrieren, sondern vor allem auf ihren effektiven Einsatz in den Betrieben.
Eine zukunftssichere Sicherheitsstrategie für die Schwerindustrie erfordert daher einen durchdachten Einsatz von Technologien, die mit der Praxis im Einklang stehen und in eine proaktive Sicherheitskultur eingebettet sind. Nur so können Arbeitsunfälle strukturell reduziert und Arbeitnehmer in einem sich ständig weiterentwickelnden industriellen Umfeld besser geschützt werden.